Bestrahlung und ihre Langzeit-Nebenwirkungen
Strahlentherapie ist eine Form der Krebsbehandlung, die darauf abzielt, Krebszellen zu zerstören und die Tumorgröße zu reduzieren. Sie ist auch als Radiotherapie bekannt1. In hohen Dosen kann die Radiotherapie genutzt werden um Krebs zu behandeln oder durch den Krebs hervor gerufene Symptome zu lindern. Üblicherweise wird die Strahlentherapie in Verbindung mit anderen Behandlungsformen eingesetzt1. Sie kann zum Beispiel eingesetzt werden, um einen Tumor vor seiner Entfernung zu verkleinern. Außerdem kann sie nach der Tumorentfernung eingesetzt werden um verbleibende Tumorzellen zu zerstören, die eventuell bei der Operation nicht entfernt wurden.
Obwohl Strahlentherapie eine wichtige Rolle in der Behandlung vieler Krebspatienten spielt, hat auch sie Risiken und Nebenwirkungen. In diesem Artikel geht es um die Langzeitwirkung der Strahlentherapie, mit dem Fokus auf der Wirkung der Bestrahlung bei Brustkrebs.
Arten der Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie unterscheidet man normalerweise zwischen zwei Behandlungsarten. Dabei handelt es sich zum einen um die externe Strahlentherapie, zum anderen um die interne Strahlentherapie, auch Brachytherapie genannt2.
Bei der externen Strahlentherapie werden die Strahlungsstöße auf den Tumor oder die Körperregion gerichtet, in der sich der Tumor befindet. Hierfür wird ein Gerät verwendet, welches man als Linearbeschleuniger bezeichnet3. Obwohl die externe Strahlentherapie auf eine spezifische Körperregion abzielt, ist es im Vergleich zur internen Strahlentherapie wahrscheinlicher, dass umgebendes Gewebe beschädigt wird. Kurzzeit-Nebenwirkungen bei der externen Strahlentherapie sind unter anderem Hautveränderungen, Übelkeit und Müdigkeit3.
Bei der internen Strahlentherapie, oder Brachytherapie, wird radioaktives Material in den Körper eingebracht4. Dieses Material wird entweder direkt in den kanzerösen Tumor, oder in seiner Nähe eingesetzt und verbleibt dann eine Weile im Körper (von ein paar Stunden bis zu ein paar Tagen), während es den Tumor langsam verstrahlt. Die Nebenwirkungen der internen Strahlentherapie ähneln denen der externen Strahlentherapie. Außerdem kann es zu geringfügigem Schmerz oder Unbehagen im Bereich der Stelle kommen, an der das radioaktive Material eingesetzt wurde. Weitere Nebenwirkungen sind Rötungen, blaue Flecken, Zersetzung von Fettgewebe und Schwächegefühl4,5.
Langzeit-Nebenwirkungen der Bestrahlung
Leider kann sich Bestrahlung sowohl auf Krebszellen als auch auf ganz normale Zellen auswirken. Aufgrund der schädlichen Auswirkungen der Bestrahlung sind mögliche Schäden anderer Körperteile, an der oder um die Bestrahlungsstelle herum, eine der Langzeit-Nebenwirkungen dieser Therapie. Es ist z.B. möglich, dass die Bestrahlung von Brustkrebsgewebe Organschäden in hinter der Brust gelegenen Organen, wie dem Herzen oder der Lunge6, hervorruft. Die Langzeit-Nebenwirkungen der Bestrahlungstherapie bei Brustkrebspatienten variieren von Person zu Person. Zwei der häufiger vorkommenden Nebenwirkungen sind Körperschäden und ein erhöhtes Krebsrisiko für die Zukunft6.
Eine andere mögliche Nebenwirkung der Strahlentherapie ist ein erhöhtes Risiko für eine weitere Krebserkrankung. Bestrahlung wurde mit einem erhöhten Risiko für Krebs im späteren Leben in Verbindung gebracht. Hierzu durchgeführte Studien zeigen, dass Bestrahlung zwar dabei hilft, Krebszellen abzutöten, aber das umgebende gesunde Gewebe geschädigt wird und dann Gefahr läuft, selbst kanzerös zu werden6.
Einige spezifische Arten der Bestrahlung haben besondere Langzeit-Nebenwirkungen. Bei der externen Strahlentherapie der Brust sind das unter anderem eine Verkleinerung der Brustgröße, Probleme beim Stillen, Nervenschäden, Brustschmerzen und Schwächegefühl5.
Handhabung von Langzeit-Nebenwirkungen bei der Brustkrebs-Bestrahlung
Nicht bei allen Patienten führt die Bestrahlung zu Langzeit-Nebenwirkungen7. Ein unangenehmes Gefühl in den Achseln, Brustschmerzen, Müdigkeit, Herzprobleme, eine verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen, Lungen- und Hautprobleme sind mögliche Langzeitnebenwirkungen, die den Patienten betreffen können. Es ist allerdings wichtig zu bedenken, dass nicht alle diese Symptome ausschließlich mit der Strahlentherapie in Verbindung gebracht werden können. Müdigkeit z.B. kann viele Gründe haben und muss nicht zwingend durch die Bestrahlung hervorgerufen werden.
Die Bestrahlung kann zwar einige negative Nebenwirkungen hervorrufen, auf die eine Frau lieber verzichten möchte, die Alternative ist jedoch eine unvollständige Krebsbehandlung. Daher ist es vermutlich besser mit den Nebenwirkungen umzugehen, anstatt sie zu vermeiden. Jede dieser Nebenwirkungen hat ihre eigenen Behandlungsmethoden. Um diese Nebenwirkungen gut handhaben zu können ist es wichtig auf körperliche Veränderungen zu achten und sich entsprechend der ärztlichen Empfehlungen zu verhalten.
Eine der häufigeren Nebenwirkungen bei Bestrahlungspatienten sind Hautschädigungen. Strahlentherapie ähnelt hierbei in vielerlei Hinsicht der Bestrahlung durch die Sonne. Die Haut wird rot und gereizt und Patienten können leichte Spannungen, Juckreiz oder auch Schälen erfahren8. Bei dieser häufigen Nebenwirkung hilft es, die gereizte haut wie bei einem Sonnenbrand zu behandeln: ersetzen Sie heißes durch warmes Wasser wenn Sie duschen und vermeiden Sie direkten Wasser-haut-Kontakt, vermeiden Sie enge Kleidung und längere Aufenthalte in der Sonne.
Ein Arzt kann Ihnen dabei helfen andere Symptome zu behandeln, wenn sie auftreten sollten.
Zusammenfassung
Strahlentherapie ist eine ernstzunehmende Behandlung, die vielen Krebspatienten zu Behandlungserfolgen verholfen hat. Das bedeutet nicht, dass Sie nicht mit Risiken verbunden ist. Auch wenn einige Patienten keine Kurz- oder Langzeit-Nebenwirkungen entwickeln, wird es doch bei vielen dazu kommen. Mit der richtigen Unterstützung sind diese Nebenwirkungen aber handhabbar und behandelbar.
Hoffentlich fühlen Sie sich jetzt besser vorbereitet mit den Langzeit-Nebenwirkungen der Bestrahlung umzugehen.
Quellen
- Radiation Therapy. National Cancer Institute at the National Institute of Health. Feb. 2, 2017. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/radiation-therapy
- Radiation Therapy for Cancer. National Cancer Institute at the National Institute of Health. June 30, 2010. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/radiation-therapy/radiation-fact-sheet
- External Beam Radiation Therapy (EBRT). Cancer Treatment Centers of America. Accessed April 19, 2017. http://www.cancercenter.com/treatments/external-beam-radiation-therapy/
- Dutta, Pinaki. Vachani, Carolyn. Internal Radiation Therapy. OncoLink. Dec 4, 2006. https://www.oncolink.org/cancer-treatment/radiation/treatment/internal-radiation-therapy-brachytherapy
- Radiation for Breast Cancer. American Cancer Society. Aug 18, 2016. https://www.cancer.org/cancer/breast-cancer/treatment/radiation-for-breast-cancer.html